Bühl, Schwarz-Orgel

 

Bühl Schwarz-Orgel

 
Über dem Hauptportal auf der Ostempore befindet sich die historische „Schwarz“-Orgel. 
Erbaut wurde die Orgel im Jahr 1928 von der Überlinger Firma Friedrich Wilhelm Schwarz als das größte je gebaute Werk dieser Firma. Es handelt sich hier um die größte noch vollständig erhaltene rein pneumatische Orgel in Baden-Württemberg, welche zur Erbauungszeit die größte Orgel des Erzbistums Freiburg war. Äußerlich macht die Orgel einen sehr schlichten Eindruck. Der Turmbogen dahinter ist jedoch voll mit Technik und Pfeifen. Bemerkenswert sind die Ansätze der Orgelbewegung, was z.B. aus den Registern hervorgeht und den Einfluss der Spätromantik deutlich macht.
 
Eine genauere Beschreibung der Register, weitere Bilder und Hörbeispiele finden Sie hier:
 
https://orgel-verzeichnis.de/buehl-baden-st-peter-und-paul-hauptorgel/
 
Über die Schwarz-Orgel schreibt der Erzbischöfliche Orgelinspektor Dücker folgendes:
Es gilt Dank zu sagen! Zunächst dem Erbauer der schönen Rieger - Orgel, Herrn Dipl. Ing. Joseph v. Glatter-Götz, der der Gemeinde  1976 geraten hat, die Schwarz-Orgel unverändert stehen zu lassen. Und dann dem langjährigen Pfarrer von Bühl, Herrn G.R. Josef Baier, der durch immer wieder freundlich bekundetes eisernes "Nichtstun" seine schützende Hand über dieses Instrument gehalten hat.
2008 gründete sich der Verein zur Erhaltung der Schwarz-Orgel, gleichzeitig wurde auch erwogen, die Orgel zu translozieren.
Dem Stiftungsrat unter Pfarrer Wolf-Dieter Geißler gelang 2017 der Startschuss zur Restaurierung der Schwarz-Orgel!
Zuschüsse wurden mit hohem Engagement eingeworben: über Herrn erzb. Rechtsdirektor Dr. Gunter Barwig Mittel aus der Erzbischof Bernhard - Stiftung, Bundesmittel über den CDU Bundestagsabgeordneten Herrn Kai Whittaker und seinem Mitarbeiter Herrn Dr. Stummvoll.
Die Beantragung der Mittel vom Landesdenkmalamts wurden von Frau Pauly, Frau Frietsch und Herrn Müller von der Verrechnungsstelle Bühl betreut. Pfarrer Andreas Schneider und Pfarrer Martin Drathschmidt haben als Nachfolger von Pfarrer
Geißler das Projekt beherzt fortgeführt.
Ein Dank an den Stiftungsrat für die konstruktive Zusammenarbeit bei jeder Sitzung!
Herr Dipl. Ing. Hans Werner Striebich und seine Tochter Frau Bettina Striebich vom Architekturbüro Striebich koordinierten freundlich und mit routinierter Hand die bauseitigen Arbeiten: Gerüststellung, Richten der Turmkammer, Einbau der Fensterverkleidung, Richten des Emporenbodens und der Brüstung, Elektroarbeiten und schlussendlich Ansreicherarbeiten und
die Restaurierung der Fassadenfassung.
Das Instrument, für dessen Realisierung die Gemeindemitglieder aber auch die Bürger der Stadt Bühl in der wirtschaflich schweren Zeit der 20iger Jahre so große Opfer gebracht haben erklingt nun wieder. Seine anrührenden Klänge erfreuen die Gemeinde und die
Konzertbesucher.
Der neue Förderverein ,,Kirchenmusik St. Peter und Paul Bühl" bietet ein ausgefallenes, ambitioniertes Programm, sodass diese Orgel fest im Bewusstsein der Gemeinde und der Stadt verankert bleibt.
Dass nun wieder Musik gemacht werden kann verdanken wir aber letztlich den beiden Orgelbaumeistern Alex Matz und Hans - Martin Luge. Ihrer beider Leistung kann nicht hoch genug gerühmt werden!
Mit nie nachlassender Begeisterung für diese Orgel, ihrem hohen handwerklichen Geschick, ihrem ingenieurmäßigen Wissen und Können und ihrem künstlerischen Empfinden haben sie ein Werk wieder hergestellt, das unter widrigsten Bedingungen in der Überlinger Werkstatt von Schwarz erbaut wurde aber von Anfang an, vor allem im technischen Bereich, nie über einen
insuffizienten Zustand hinausgekommen ist. Die Aktenvermerke und die Spuren im Innern der Orgel belegen dies eindeutig.
Nun spielt und klingt sie, wie sie es wohl noch nie getan hat! Und das für hoffentlich viele Jahrzehnte.